Wenn sich Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Rheinisch-Bergischen zur Bensberger Runde im Ballsaal des Schloss Bensberg einfinden, geht es nicht nur um Austausch, sondern auch um Orientierung – besonders in unsicheren Zeiten. Eine Frage, die derzeit viele umtreibt: Wie bleiben wir robust in einer Zukunft, die sich ständig neu erfindet? Zum mittlerweile 15. Mal bot die Bensberger Runde Raum für genau diesen Dialog. Unter dem Leitmotiv „Der Blick nach vorn – robust in die Zukunft“ hatte die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW) gemeinsam mit der VR Bank eG Bergisch Gladbach-Leverkusen, der Bensberger Bank eG, der Volksbank Berg eG und dem Althoff Grandhotel Schloss Bensberg in den großen Ballsaal geladen, um gemeinsam darüber zu sprechen, wie Unternehmen Resilienz entwickeln und Wandel aktiv gestalten können. Rund 80 Unternehmerinnen und Unternehmer waren der Einladung zu dem exklusiven Strategiegespräch gefolgt. Für den neuen Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, Arne von Boetticher, war es eine Premiere: „Es ist ein besonderer Abend, denn die Bensberger Runde genießt ja hier im Kreis ein sehr, sehr hohes Ansehen.“ Er bekräftigte in seinem Begrüßungswort, dass er seinen Fokus auf die Wirtschaft richten wolle: „Ein wichtiges Thema meiner Arbeit als Landrat ist und bleibt die Wirtschaft, denn eine starke Wirtschaft ist kein Selbstzweck. Sie ist die Grundlage für Wohlstand, Arbeitsplätze und letztlich auch die kommunale Handlungsfähigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Auch von Boetticher freute sich auf die Impulse des Abends und den Austausch mit den Unternehmern: „Wir möchten zuhören, unterstützen, vernetzen und helfen, da wo wir es eben können. Es braucht Netzwerke und Kontakte, wie wir sie heute Abend pflegen.“
Landrat Arne von Boetticher: „Lassen Sie uns im Dialog bleiben, offen über Chancen und Herausforderungen sprechen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Der Rheinisch-Bergische Kreis hat beste Voraussetzungen.“
RBW-Geschäftsführer Volker Suermann: „Die Unternehmen sind nicht allein mit Blick nach vorn und in die Zukunft. Wir sind auf jeden Fall an Ihrer Seite. Wir bieten Ihnen unsere Unterstützung und unser Netzwerk an.“
Warum der Blick nach vorn jetzt entscheidend ist
Warum dieses Thema? Volker Suermann, Geschäftsführer der RBW, lieferte in seiner Begrüßung der Gäste die Antwort auf diese Frage gleich mit. Neben den weltweit politisch schwierigen Zeiten haben sich auch die Erwartungen der Unternehmen im letzten Jahr nicht erfüllt, so Suermann: „Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen haben sich noch nicht grundlegend verändert. Auf notwendige Reformen und den Aufschwung warten wir noch. Vor diesem Hintergrund könnte man schon besorgt in die Zukunft blicken und sich fragen, sind wir dafür gerüstet?“ Aber gerade in einem Umfeld, das von Unsicherheit geprägt ist, rückt in diesem Jahr der „Blick nach vorn“ in den Mittelpunkt, so Suermanns Appell an die Unternehmer: „Deshalb, mit Blick auf das Thema des heutigen Abends und mit auf das Jahr 2026, wollen wir Mut machen. Denn wir haben volles Vertrauen in Ihre Haltung und Kompetenz und die Ihrer Mitarbeitenden. Sie werden für Ihre Unternehmen die richtigen Zukunftsentscheidungen treffen. An der ein oder anderen Stellen wollen und können wir dabei helfen.“ Sowohl Suermann als auch Landrat Arne von Boetticher ermutigten die Gäste, den Abend zu nutzen – zum Austausch und für neue Impulse. „Wir müssen uns bei allen Herausforderungen robust aufstellen und dafür gibt es Mittel und Wege, von denen wir heute hören werden. Das macht diesen Abend und sein Thema so wichtig. Ich lade sie ausdrücklich ein, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Lassen sie uns im Dialog bleiben, offen über Chancen und Herausforderungen sprechen und gemeinsam Lösungen entwickeln“, so Arne von Boetticher.
Die Bensberger Runde
Gemeinsam mit der VR Bank eG Bergisch Gladbach-Leverkusen, der Bensberger Bank eG und der Volksbank Berg eG lädt die RBW einmal im Jahr zum exklusiven Strategiegespräch in das Althoff Grandhotel Schloss Bensberg.
Im Bild v.l.n.r.: Thomas Büscher, Holger Schwarz, Arne von Boetticher, Helmut Vilmar, Sarah Edelmann, Volker Wabnitz, Volker Suermann, Christoph Gubert, Silke Ratte
Mit resilienter Haltung zu neuem Erfolg
Für Sarah Edelmann ist die Lösung klar: Nur resiliente Unternehmen haben Erfolg und trotzen den Herausforderungen der Zukunft. Die Inhaberin der MindWerkstatt in Bergisch Gladbach war als Keynote-Speakerin geladen und gab den Unternehmern in ihrem Vortrag Werkzeuge an die Hand, um sich widerstandsfähig für die Zukunft aufzustellen. Ihre Botschaft: Veränderungen, Unsicherheiten und Rückschläge gehören heute mehr denn je zum Alltag. Entscheidend ist jedoch nicht, was uns passiert, sondern wie wir damit umgehen. Eine resiliente Haltung hilft uns, Herausforderungen als Chancen zu begreifen – und aus ihnen neue Kraft, Klarheit und letztlich auch neuen Erfolg zu entwickeln. Aber wie entwickelt man diese Haltung? Da hat Sarah Edelmann einige Ideen. Selber jahrelang in Führungspositionen tätig – unter anderem bei IKEA, Esprit und RTL – coacht Edelmann inzwischen Führungskräfte und bietet mit ihrer MindWerkstatt Trainings rund um ihr Herzensthema Resilienz an. „Es geht darum, dass Unternehmen und Unternehmer in der Lage sind, Störungen zu verkraften, ohne zu blockieren. Dass sie in der Lage sind, Veränderungen früh zu erkennen, statt davon überrascht zu werden. Anders gesagt: Resiliente Organisationen federn Schocks ab und gehen im besten Fall sogar noch gestärkt aus ihnen hervor, ohne ihre Kernfunktion zu verlieren“, bekräftigte Sarah Edelmann, warum das Thema Resilienz in ihren Augen so wichtig ist.
Nehmen Sie Abschied!
Alte Denkmuster zu verabschieden, ist Voraussetzung für eine neue Haltung: „Was wäre, wenn 2026 das Jahr wäre, wo sie einen ganz neuen Blick auf Ihr Unternehmen werfen, so wie Sie es vielleicht noch nie betrachtet haben? Wenn heute Abend für Sie die Gelegenheit wäre, ein kleines Samenkorn mitzunehmen, was Sie morgen in Ihre Firma einpflanzen?“ Mit dieser Eingangsfrage ermutigte Sarah Edelmann ihre Zuhörer, die Blickrichtung zu ändern, um Veränderung zuzulassen. Denn die Welt hat sich grundlegend verändert, ebenso wie die Rahmenbedingungen, mit denen sich die Unternehmen auseinandersetzen müssen. Es sei daher wichtig, sich heute von dem zu verabschieden, was einmal war und was nicht mehr zurückkommen wird, so Edelmann: „Erst wenn wir die Realität annehmen, haben wir wieder Platz, um neue Lösungen zu finden, um neue Ideen zu kreieren und vielleicht dieses kleine Samenkorn neu pflanzen zu können. Und Resilienz kann genau an dieser Stelle wirken.“ Eine resiliente Führungskultur gestaltet den Wandel aktiv, statt ihm hinterherzulaufen und sie trifft mutige Entscheidungen. Resilienz hilft dabei, schneller zu lernen als sich die Umwelt verändert, so Edelmanns Botschaft.
Sarah Edelmann
„Wer resilient ist, der traut sich auch mal zu experimentieren, mal einen neuen Weg zu gehen. Resilienz kann die Grundlage für nachhaltige Innovationen schaffen.“
So funktioniert Resilienz in der Praxis
Für die Industrie bedeutet das, zentrale Hebel zu bedienen, um in Zeiten eines zunehmenden globalen Wettbewerbs und eines zunehmenden Drucks durch Materialengpässe, technologische Disruption, zunehmende Digitalisierung oder auch Fachkräftemangel zukunftsfähig zu bleiben. Wer in seine Resilienz investiert, bleibt stabil, sagt Edelmann: Das Einsetzen von flexiblen Produktionssystemen, die schnell auf Nachfrageschwankungen reagieren oder Lieferengpässe kompensieren können, sei wichtig. Auch das Integrieren diversifizierter Lieferketten und eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung im Unternehmen helfen, Resilienzen aufzubauen. Und auch die Investition in lebenslanges Lernen bewirkt eine höhere Krisenfestigkeit und Innovationsfähigkeit, ist sich Sarah Edelmann sicher: „Resilienz ist nicht nur eine weiche Kulturfrage, sondern ein knallharter Wettbewerbsfaktor, wenn er richtig gespielt wird. Nicht nur, um zu überleben, sondern um wirklich zu schauen, wie man gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen kann.“ Dasselbe gilt für Handwerksbetriebe, sagt die Coachin: Mehrfachqualifikationen machen flexibler als Einzelabhängigkeiten. Der Einbau von Puffer im Bereich Zeit, Material und Liquidität hilft über Durststrecken. Und vor allem auch gut gepflegte Kundenbeziehungen können Schwankungen ausgleichen. Neben einer gesunden Führungsmentalität gegenüber den Beschäftigten können so auch Handwerksbetriebe dafür sorgen, in Ausnahmesituationen handlungsfähig zu bleiben.
Sarah Edelmann: Keynote „Resilienz“
Nach langjährige Erfahrung im HR-Management internationaler Konzerne, gründete Sarah Edelmann im Jahr 2024 die MindWerkstatt, in der sie ihr Know-how als systemischer Coach, agiler Coach und Resilienztrainerin für Unternehmen, Führungskräfte und Teams einsetzt.
Scheitern heißt Lernen
Wichtig in diesem Prozess: Scheitern ist erlaubt – solange man daraus lernt. Lernen und Resilienz sind die zentralen Zukunftskompetenzen. Sarah Edelmann richtete einen direkten Appell an die Unternehmer: „Ich möchte heute einen Aufruf an Sie starten, sich von Angst vor dem Scheitern zu lösen und die Wiederholung als Teil des kreativen Prozesses anzusehen. Sodass Sie sagen können: Fehler machen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern scheitern, ohne daraus zu lernen – das ist gefährlich.“
Mit dieser Einstellung stärkt eine resiliente Führungskraft nicht nur sich selbst, sondern prägt auch die Haltung des gesamten Teams. Denn Resilienz endet nicht auf der persönlichen Ebene – sie wirkt dort am stärksten, wo sie bewusst vorgelebt und weitergegeben wird. Wenn Führungskräfte ihre resiliente Haltung in den Arbeitsalltag integrieren, entsteht ein Umfeld, in dem Mitarbeitende sich sicher fühlen, Verantwortung übernehmen und Herausforderungen gemeinsam meistern können. Sarah Edelmanns Botschaft in die Runde: „Wenn Sie es schaffen, das in Ihr Unternehmen, in Ihre Belegschaft zu transportieren und eine Unternehmenskultur aufzubauen, die resilient ist, dann sind Ihre Mitarbeitenden in der Lage, kognitiv das Bestmögliche abzurufen.“
Die Sieben Säulen der Resilienz
- Optimismus – Fokus auf Möglichkeiten statt Lähmung schafft Mut
- Akzeptanz – Realität annehmen als Startpunkt für Veränderung
- Lösungsorientierung – vom Problem zur Handlung
- Selbstwirksamkeit – Verantwortung statt Ohnmacht
- Eigenverantwortung – Klarheit schafft weniger Abhängigkeiten
- Netzwerkorientierung – Stabilität durch Verbindung und Synergien
- Zukunftsorientierung – Vision statt reines Tagesgeschäft
Mit Blick auf Unternehmen stehen die sieben Säulen der Resilienz für zentrale Kompetenzen, die Mitarbeitende und Führungskräfte dabei unterstützen, Veränderungen, Druck und Unsicherheit erfolgreich zu bewältigen. Wer den Fokus auf die Dinge legt, die man selber beeinflussen kann, ist langfristig erfolgreicher, so der Rat von Sarah Engelmann: Statt Energie auf Dinge außerhalb unserer Kontrolle zu verschwenden, stärkt der Fokus auf den Bereich, den wir beeinflussen können, die Selbstwirksamkeit, reduziert Stress und fördert eine resiliente, proaktive Haltung. Und auch hier der Appell: Die Belegschaft mitnehmen! Ein Beispiel: „Wenn Mitarbeiter Eigenverantwortung bekommen, führt das zu Fokus und mehr Klarheit. Das kann auf Unternehmensebene der zentrale Treiber für Stabilität in unsicheren Zeiten sein. Lösungen entstehen da, wo Menschen gehört werden“, so die Coachin.
Beispiel IKEA-Gründer Ingvar Kamprad: Durch Krisen groß geworden
„IKEA macht es unfassbar stark, wenn es um Unternehmenskultur geht“, sagt Sarah Edelmann – sie muss es wissen: Zehn Jahre hat Edelmann für das schwedische Möbelhaus gearbeitet, zuletzt als geschäftsführende Personalleiterin. Für sie ist IKEA-Gründer Ingvar Kamprad das beste Beispiel für einen Unternehmer, der in jeder Krise eine Chance gesehen hat. Sie nennt Praxisbeispiele, die den Erfolg des Unternehmens begründet haben: Die Möbelstücke haben zu Beginn zu viel Platz im Lager und beim Transport eingenommen – also günstige Preise, aber hohe Kosten? Kamprad geht einen neuen Weg: Die Geburtsstunde der flachen IKEA-Pakete mit Möbeln zum Selberbauen. Nach dem schnellen Erfolg des Unternehmens haben Möbelhersteller und Lieferanten in den 1940er und 50er Jahren IKEA boykottiert. Kamprads Lösung lag außerhalb Schwedens: Die Geburtsstunde des internationalen Lieferkettenmodells von IKEA. Als Kamprad einen Schwingsessel produzieren möchte, Holz aber zu starr erscheint, arbeitet er mit einem Hersteller zusammen, der eigentlich Skier produziert: Es entsteht der berühmte PÖÄNG-Freischwingersessel. Sarah Edelmann resümiert: „Ingvar Kamprad hat außerhalb seiner Branche gedacht und dort Lösungen gesucht, wo andere noch nicht hingeschaut haben. Er hat immer an seinen Werten und Prinzipien festgehalten, aber nicht unbedingt an dem Weg. Er sah Fehler als Teil des Lernprozesses. Und er hatte den Mut und die entsprechende resiliente Haltung, dass er aus Krisen strukturelle Verbesserungen entwickeln konnte.“ Deshalb ihr abschließender Aufruf an die Unternehmerinnen und Unternehmer, es Ingvar Kamprad gleichzutun: „Nutzen Sie das Jahr 2026 als Jahr der Chance und als Jahr des Nachreifeprozesses. Lassen Sie sich nicht länger von Rahmenbedingungen leiten oder von Unsicherheiten der Zukunft überrollen. Gehen Sie neue Wege, gestalten Sie, seien Sie mutig, probieren Sie etwas Neues aus. Seien Sie bereit zu lernen, entwickeln Sie eine resiliente Haltung und richten Sie Ihren Blick immer nach vorne.“
Sarah Edelmann
„Resilienz ist nicht nur eine weiche Kulturfrage, sondern ein knallharter Wettbewerbsfaktor, wenn er richtig gespielt wird.“
Die Unternehmen sind auf einem guten Weg
„Frau Edelmann, Sie haben viele Punkte genannt, die inzwischen State of the Art sind – man kommt nicht mehr drumherum“, bekräftigte Rainer Pakulla in der anschließenden Diskussionsrunde den Ansatz von Sarah Edelmann. Der Geschäftsführer der Pakulla GmbH ist mit seinem Unternehmen für Form- und Werkzeugbau vor allem im Automotive-Bereich tätig. Trotz Krisen bleibt er am Ball: „Auch wir sind immer wieder auf der Suche nach Lösungen und Wegen, wie man sich verändern kann. Und dabei auch immer wieder die Mitarbeiter mitzunehmen, das ist sehr wichtig.“ Auch für ihn sind die Rahmenbedingungen schwierig, man versuche trotzdem Know-how und Patente zu entwickeln, um resilient zu bleiben: „Wir sind da schon recht breit aufgestellt.“
Udo Fielenbach von Joke Technology ist auf einem ähnlichen Weg, hat für sich und sein Unternehmen aber noch nicht die richtige Lösung gefunden: „Wir machen Oberflächentechnik im weitesten Sinne. Der Markt schrumpft, der Kuchen wird kleiner und wir müssen Wege finden, da rauszukommen.“ Er sieht die Zukunft in digitalen Dienstleistungen, in IT und Software: „Ich mache mir ständig Gedanken, wie wir das mit unseren Produkten verknüpfen können.“ Trotz des Willens zur Veränderung habe er den Schlüssel noch nicht ganz gefunden, sagt Fielenbach: „Die Frage ist, schaffen wir es irgendwie, dass wir unsere Produktpalette komplettieren mit neuen Ideen und damit neue Märkte erschließen?“
Wer früh agiert, bleibt handlungsfähig
Diesen Schritt ist die DEUTA-Werke GmbH bereits gegangen. DEUTA arbeitet in der Zukunftsbranche der Schienenfahrzeuge, liefert Hightech-Elektronik für Bahn- und Verkehrsindustrie. DEUTA hat schon frühzeitig agiert und sich den Herausforderungen der Zukunft gestellt. Eigentlich klassischer Hardware-Anbieter gehört mittlerweile auch Software zum Portfolio des Unternehmens, sagt Geschäftsführer Thomas Blau: „Wir hatten schon vor 15 Jahren die Annahme, dass wir irgendwann keine Hardware mehr verkaufen, sondern wahrscheinlich eine Leistung.“ Diesen Weg hat das Unternehmen früh konsequent verfolgt, bietet inzwischen unter anderem auch Cloud-Systeme an. Nur möglich durch gutes Know-how: „Wir haben sehr viel Wertschöpfung im eigenen Haus“, so Blau. Das lobt auch Sarah Edelmann als gutes Beispiel für resilientes Agieren: „Sie sind nicht von der Zukunft überrollt worden, weil sie damals schon wussten, was passieren wird und deshalb sind sie jetzt ganz anders handlungsfähig.“ Bei DEUTA hat man ebenfalls schon früh erkannt, den Fokus auf Netzwerkorientierung und Kooperationen mit anderen Unternehmen zu legen – man kooperiert sogar mit Mitbewerbern, sagt Thomas Blau: „Wir haben uns von der Blickrichtung nach rechts und nach links zu den Marktbegleitern und den Kollegen geöffnet.“ Mit dem Ergebnis, dass DEUTA jetzt mit einem befreundeten Unternehmen zusammenarbeitet, das ebenfalls Sensorik anbietet, aber von DEUTA jetzt Hilfe bei der Datenübermittlung bekommt. „Daraus ergeben sich auch neue Geschäftsmodelle. Man muss offen sein, auch mal mit den Kollegen sprechen. Und man ist überrascht, wie offen die dann sind“, so sein Rat an die Unternehmer.
Offen ist auch Lina Reitz, Geschäftsführerin des Raumausstatters Reitz Lebensräume – aber im übertragenen Sinn: Sie hat ihre Werkstatt geöffnet für Kundschaft und bietet dort jetzt regelmäßig Polsterkurse an: „Zum einen wollten wir unsere Tür öffnen, dass die Menschen auch einen anderen, sehr niedrigschwelligen Weg zu uns hineinfinden. Zum anderen wollten wir verstärkt darauf aufmerksam machen, dass unser Handwerk das auch wirklich wert ist, was wir an Geld dafür verlangen.“ Auch das Handwerk muss neue Wege gehen, um Kunden anzusprechen und neue Kundschaft zu generieren – bei Reitz Lebensräume mit Erfolg: „Unsere Kurse sind gut besucht. Die meisten Leute kommen mit dem ersten Stuhl in den Kurs und die anderen Stühle polstern wir dann“, resümiert Reitz schmunzelnd.
"Wir haben uns von der Blickrichtung nach rechts und nach links geöffnet.“
Thomas Blau
„Ich mache mir ständig Gedanken, wie wir Software mit unseren Produkten verknüpfen können.“
Udo Fielenbach
„Auch wir sind immer wieder auf der Suche nach Lösungen und Wegen, wie man sich verändern kann."
Reiner Pakulla
"Wir öffnen unsere Türen, so dass die Menschen einen anderen, niederschwelligen Weg zu uns hineinfinden."
Lina Reitz
Positive Stimmung nach einem aufschlussreichen Abend
Die Gäste nutzten das anschließende Get-together begleitet von kulinarischen Köstlichkeiten, um in Gesprächen die Impulse des Abends zu vertiefen. „Wir brauchen Veränderung“, sagt auch Steuerberater und IT-Unternehmer Stefan Staib. „In unserer Branche ändert sich gerade sehr viel, weil vieles automatisiert wird, viele Daten automatisch verarbeitet werden. Da ist es wichtig, dass wir am Ball bleiben und auf Innovationen setzen, KI mitintegrieren. Und das war heute mal eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so seine Bilanz der 15. Bensberger Runde. Auch für David Roth, Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens PÜTZ-ROTH Bestattungen und Trauerbegleitung oHG, war der Abend eine Bereicherung: „Ich nehme mit, dass es nach wie vor wichtig bleibt, aus der Situation das Beste zu machen und nach Perspektiven zu schauen.“ Auch er geht mit seinem Unternehmen immer wieder neue Wege, bildet zum Beispiel in Kooperation mit einer Akademie Trauerlotsen für Betriebe aus, um das Thema Tod am Arbeitsplatz zu behandeln, sagt Roth: „Wir nennen das Ersthelfer bzw. Sekundant für betriebliche Trauerbegleitung. Dass wir damit Menschen Technik an die Hand geben möchten, auf Menschen zuzugehen und gemeinsam zu schauen, wie die Situation ist und was man daraus machen kann in diesem betrieblichen Kontext.“ Für Sebastian Haeger, Geschäftsführer Gesundheitscampus Quirlsberg, war der Austausch durch die Bensberger Runde ebenfalls eine Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein: „Wir sind nochmal bestärkt darin, dass man mutig sein soll und sind froh, dass wir auch im Gesundheitswesen diesen Impuls von heute Abend mitnehmen.“ Man habe gerade ebenfalls einen neuen Schritt gewagt, sagt Haeger: „Wir sind mutig und betreiben bald in Bergisch Gladbach eine Gaststätte. Wir haben das Quirls gekauft und haben großes Interesse, das weiter zu betreiben. Ich denke, als Gesundheitskonzern ist das sicherlich auch mutig, so etwas zu tun und neue Schritte zu gehen. Und dann heute Abend bestärkt zu werden – das hat gut getan!“
Mutig sein – die RBW unterstützt
Volker Suermann bekräftigte nochmals, dass die RBW die Unternehmen im Rheinisch-Bergischen Kreis bei allen zentralen Zukunftsfragen unterstützt und begleitet. Man sei auch Gesprächspartner, wenn es um neue Markterschließungen und Innovationsbedarfe gehe. Wer sich verändern und investieren möchte: Die RBW vermittelt auch passgenaue Unterstützungsangebote oder Förderprogramme und vernetzt Unternehmen gezielt mit relevanten Partnern, Experten und Institutionen. „Wir hoffen, den ein oder anderen Impuls oder Gedanken von heute Abend können Sie auch in Ihre eigenen Überlegungen einbauen“, richtete sich Suermann in seinem Schlusswort an die Unternehmer. Und es ist der zentrale Aspekt der 15. Bensberger Runde den Suermann den Gästen zum Abschluss mit auf den Weg gab: „Ganz wichtig: Haben sie Mut!“
Gerne stellt die RBW den persönlichen Kontakt zu diesen Ansprechpartnern her.
Unterstützungsprogramme für Unternehmen:
- NRW.BANK.Invest Zukunft – NRW.BANK: z.B. zur Digitalisierung
- Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) | Förderung für den Mittelstand
- Messeförderungen: Förderungen | AUMA
- Markterschließungsprogramm: GTAI-Exportguide – BMWE-Markterschließungsprogramm
- INQA Coaching: Kompetenz, Digitalisierung der Arbeitswelt, Personalentwicklung, Künstliche Intelligenz
Landesgesellschaften und Kompetenzträger
- :metabolon: Themen Rund um Nachhaltigkeit
- Effizienzagentur NRW: Projekte im Bereich Ressourcen und Energie
- Zenit GmbH: Markterschließung / Export
- Fraunhofer Institute: z.B. zum Thema Künstliche Intelligenz
Kooperationspartner der RBW
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): Forschung und Entwicklung, z.B. additive Fertigung
- TH Köln: Mit dem Projekt TrendAuto 2030plus und andere Hochschulen
- Start-ups im StartRaum GL sowie der Vernetzung zu X-deck, AI Vilage und anderen
Text: Nicole Schmitz
Fotos: Klaus Lawrenz – Die Qualitäter




