Die Gäste aus hier ansässigen Unternehmen waren der Einladung der RBW gefolgt, um sich zu vernetzen und Impulse rund um das diesmalige Schwerpunktthema zu erhalten:
„Kooperationen und Nachhaltigkeit – Gemeinsam Werte schaffen, nachhaltig erfolgreich wirtschaften.“
RBW-Geschäftsführer Volker Suermann eröffnete die Veranstaltung und betonte, wie essenziell Zusammenarbeit für die regionale Wettbewerbsfähigkeit geworden ist – insbesondere in Zeiten, in denen nachhaltige Transformation immer komplexer wird und kein Unternehmen alleine alle Herausforderungen stemmen kann.
BARLOG Plastics GmbH
Am Weidenbach 8
51491 Overath
Tel. +49 2206 90851-100
kontakt@barlog.de
www.barlog.de
Nicht warten, sondern starten – Wie die BARLOG Plastics GmbH Nachhaltigkeit unternehmerisch angeht
Gastgeber Peter Barlog, Geschäftsführer der BARLOG Plastics GmbH, gab einen tiefen Einblick in das Geschäftsmodell und die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. BARLOG versteht sich als Partner „von der Idee bis zur Serie“ – ein Full-Service-Anbieter, der Kunden entlang des gesamten Entwicklungsprozesses begleitet. Innovation, Nachhaltigkeit, Qualität und Langlebigkeit sind dabei fest miteinander verknüpft.
Nachhaltigkeit als eines von fünf übergeordneten Unternehmenszielen
Auch wenn das Thema in Politik und Gesellschaft zuletzt oft in den Hintergrund rückt, ist es für BARLOG klar: Gerade jetzt und eigentlich auch genau deswegen ist Nachhaltigkeit wichtiger denn je. Die Kunststoffbranche müsse sich differenziert darstellen – und zeigen, dass eine Kunststoffindustrie entgegen seinem Image sehr wohl innerhalb der planetaren Grenzen möglich ist.
Dafür brauche es vor allem eines: mehr Recycling. Denn: Rezyklate haben (nicht nur) ein enormes CO2-Einsparpotenzial gegenüber Neuware. Weltweit liegt der Recycling-Anteil von produziertem Plastik bei lediglich rund 9 % – ein Wert, der auf ca. 75-80 % steigen müsse.
BARLOG möchte seinen Teil dazu beitragen und erweitert deshalb sein Geschäftsmodell stetig um nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Dazu gehören z. B.:
- Keballoy ECO Compounds – nachhaltige Werkstoffe aus Rezyklaten oder biobasierten Rohstoffen
- Barlog Eco Consulting – evaluiert Nachhaltigkeitspotenziale von der Werkstoffauswahl bis zur Serienproduktion
- Eco Calculator – Web-Tool zur Berechnung der wesentlichen Einflussfaktoren auf den CO2- Fußabdruck eines Kunststoffteils
- Sustainability Roadmap – mit klaren Zielen, von denen bislang alle erreicht wurden
Mitarbeitende als Motor für Innovation
Dass die Mitarbeitenden bei der Umsetzung dieser Maßnahmen eine tragende Rolle spielen, hat das Unternehmen längst erkannt. „Unsere Leute müssen überzeugt sein von ihrer Arbeit – das sieht man, und das lebt unser Unternehmen“, so Barlog. Ein beeindruckendes Beispiel für diese Haltung ist die Fotowand im Treppenaufgang des Unternehmens, auf der alle Mitarbeitenden einzeln abgebildet sind. An den spezifischen Nachhaltigkeitsprojekten arbeitet neben der Geschäftsführung eine eigene Umwelt- und Qualitätsbeauftragte. Aber auch die restliche Belegschaft wird aktiv in den Prozess einbezogen: Im Rahmen des liebevoll genannten Programms „Kleinvieh for Future“ sollen die Mitarbeitenden zur Thematik sensibilisiert werden und sie können auch ihre eigenen Ideen einbringen.
Was hat BARLOG bisher konkret erreicht? (Auswahl)
- Zertifizierung des Umweltmanagementsystems nach ISO 14001
- CO2-Reduktion um 65% (zwischen 2018 und 2024)
- 100% Ökostrom
- 30% E- oder Hybrid-Fahrzeuge
- 90 ECO-Produkte im Sortiment
- 80% der Polymere als Rezyklat verfügbar
Wie geht’s weiter?
Bisher hat BARLOG seine Ziele auf dem Weg zu Null Emissionen 2050 erreicht. Wäre es dann nicht an der Zeit, sich mal zurückzulehnen und auszuruhen? „Nichts da!“, so der Geschäftsführer. Das Unternehmen sei zwar nach aktuellem Stand nicht zu einem Nachhaltigkeitsbericht verpflichtet, aber man will trotzdem weitermachen. „Wir beschweren uns auch nicht mehr über Bürokratie, sondern wir machen’s halt einfach.“ Außerdem würde es nach den sogenannten „low-hanging fruits“ in diesem Themenfeld auch schwieriger, daher müsse man sich weiterhin intensiv damit beschäftigen. Dafür hat BARLOG angefangen, seine Nachhaltigkeitsaktivitäten zu messen. „Irgendwann reicht das Bauchgefühl einfach nicht mehr aus.“ Und er betont: Auch (über-)regionale Kooperationen seien für das Unternehmen wichtig, um seine Ziele zu erreichen.
Die Präsentationen von Herrn Barlog können Sie hier downloaden:
Teil 1: Vorstellung BARLOG Plastics GmbH
Teil 2: Nachhaltigkeit bei der BARLOG Plastics GmbH
Zirkularität gemeinsam gestalten – Von Netzwerken bis zu Kooperationszusammenschlüssen
Dr. Nicole Freiberger von der Effizienz-Agentur NRW zeigte in ihrem Vortrag, wie Unternehmen durch zirkuläre Wertschöpfung und Kooperationen Ressourcen schonen und wettbewerbsfähig bleiben können. Dabei betonte sie besonders, warum die Berücksichtigung dieser Thematik in Unternehmen besonders wichtig ist:
- Globale Ressourcenverbräuche und regulatorische Rahmenbedingungen (z. B. EU-Green Deal, Ökodesign-Verordnung, Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie) erhöhen den Druck zum Umdenken.
- Die Stärkung der globalen Kreislaufwirtschaft kann einen sehr großen Einfluss auf die Minimierung der Treibhausgasemissionen und den weltweiten materiellen Fußabdruck haben.
- Besonders interessant: 80% der Umweltauswirkungen eines Produkts werden durch dessen Design vorbestimmt! Heißt: Unbedingt das Nachhaltigkeitspotenzial eines Produkts von Sekunde 1 mitdenken!
Ihre zentrale Botschaft dabei: „Man muss nicht alles allein machen!“ Gerade in Bereichen wie Logistik, Materialeffizienz oder Prozessoptimierung können Kooperationen enorme Wirkung entfalten. Dafür gibt es passende Förderprogramme und eben auch die Unterstützung der Effizienz-Agentur NRW.
In der Präsentation vom Frau Dr. Freiberger finden Sie mehr Informationen dazu.
Der Innovationsstandort :metabolon und die bergische rohstoffschmiede: Zirkuläre Wertschöpfung im Bergischen RheinLand
Im Anschluss stellte Dr. Bettina Knothe vom Bergischen Abfallwirtschaftsverband den Innovationsstandort :metabolon vor. Die ehemalige Deponie Leppe hat sich mit der Eröffnung des Standorts zu einem Besuchermagnet für Umweltbildung und -forschung im Themenbereich Ressourceneffizienz und -schonung, Abfallvermeidung und zirkulärer Wertschöpfung entwickelt. Der Standort ist für Besucherinnen und Besucher sowie Fachgruppen geöffnet und in weiten Teilen des 45 Hektar großen Areals frei zugänglich. Ziel von :metabolon ist die Forschung in den obengenannten Themenfeldern und der zielgruppengerechte Transfer der erlangten Ergebnisse in die breite Öffentlichkeit.
Die dort angesiedelte :bergische rohstoffschmiede unterstützt Unternehmen beim Übergang zur zirkulären Wertschöpfung. Dort arbeiten der Bergische Abfallwirtschaftsverband, die TH Köln, die RBW, die Wirtschaftsförderungen des Oberbergischen und Rhein-Sieg-Kreises sowie weitere Kooperationspartnerinnen und -partnern zusammen. Sie bieten Unternehmen im Bergischen RheinLand Information und Austausch dazu an, wie sie innovative Ansätze zu Ressourceneffizienz und zirkulärer Wertschöpfung stärker im Betrieb etablieren können.
Hier finden Sie die Präsentation von Frau Dr. Knothe zum Nachlesen.
Austausch, Einblicke und neue Kontakte
Nach den Impulsvorträgen durften die Teilnehmenden einen Blick hinter die Kulissen und in die Produktions- und Entwicklungsbereiche der BARLOG Plastics GmbH werden. Schritt für Schritt wurde ihnen erklärt, wie die einzelnen Maschinen funktionieren und aus den eingesetzten Materialien marktfähige Produkte entstehen – und wie konsequent das Unternehmen Innovation und Nachhaltigkeit miteinander verknüpft. Beim anschließenden Get-together standen dann Vernetzung und Kooperation im Mittelpunkt – ganz im Sinne des Veranstaltungsmottos.
Interesse an Kooperation oder Fördermöglichkeiten?
Die RBW unterstützt Unternehmen im Rheinisch-Bergischen Kreis bei den zur Veranstaltung passenden Themen Innovations- und Technologieförderung, Fördermittel und Nachhaltig Wirtschaften. Nehmen Sie doch gerne Kontakt mit uns auf!
Ihre Ansprechpartner bei der RBW:
Slawomir Swaczyna – Innovations- und Start-up-Förderung, Fördermittel
swaczyna@rbw.de
Tel. +49 2204 97 63-15
Lisa Bartkowiak – Nachhaltig Wirtschaften
bartkowiak@rbw.de
Tel. +49 2204 97 63-14
Fotos: BARLOG & RBW
BARLOG Plastics GmbH
Wir sind ein mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern in Overath. Nachhaltigkeitswandel ist für uns kein grüner Werbeaufkleber, sondern das wichtigste Ziel für die Zukunft unserer Branche. Arbeite gemeinsam mit uns an den Herausforderungen der aktuellen Zeit und werde Teil der Lösung!




