StartRaum GL: ProzessNow GmbH

Im RBW-Blog stellen wir die Start-ups vor, die im StartRaum GL betreut werden: Johannes Kolter mit der ProzessNow GmbH. Er sagt: "Vor der Gründung habe ich viele Monate allein von zu Hause aus an der Idee gearbeitet, deshalb war der Austausch mit anderen Gründern im StartRaum GL eine ganz neue und sehr wertvolle Erfahrung. Auch wenn unsere Themen unterschiedlich sind, gibt es erstaunlich viele Parallelen in dem, was eine Gründung mit sich bringt."

Start-up Stories aus Rhein-Berg

Unter der Start-up-Dachmarke StartRaum GL bündeln das Rheinisch-Bergische TechnologieZentrum GmbH (RBTZ) und die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW) ihre Kräfte und Angebote für eine starke, vernetzte Start-up-Region im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Wenn auch Du ein Start-up gründen möchtest, unsere Hilfe benötigst oder einfach nur Teil eines tollen Netzwerks werden möchtest, ruf uns an!

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Magst Du Dich kurz vorstellen und uns ein bisschen über Deinen Hintergrund erzählen?

Ich bin Johannes Kolter, Gründer und Geschäftsführer der ProzessNow GmbH. Ich bin im Bergischen Land verwurzelt und kenne die Betriebe und Arbeitsweisen dieser Region aus erster Hand.

Beruflich habe ich in mehr als zwei Jahrzehnten in der Automobilindustrie verschiedene Funktionen durchlaufen, angefangen als Mechatroniker, über die Prototypenkoordination und das Serienanlaufmanagement, bis hin zur Leitung internationaler Entwicklungsprojekte.

Als zertifizierter KI-Manager beschäftige ich mich intensiv mit digitalen Workflows und Automatisierung. Die Verbindung aus technischer Praxis und digitalem Verständnis hat letztlich den Weg zu ProzessNow geebnet.

Wie kam es zur Gründung? Und was macht Dein Unternehmen?

Ich habe ProzessNow gegründet, weil ich in meiner Laufbahn immer wieder erlebt habe, wie viel Potenzial in Betrieben steckt, wenn man an den richtigen Stellen ansetzt. Vieles ist fachlich stark, aber die Abläufe dahinter sind oftmals nicht klar genug strukturiert. Für mich beginnt Digitalisierung deshalb nicht am Bildschirm, sondern beim Ablauf, wie im Betrieb tatsächlich gearbeitet wird. Erst wenn diese Abläufe klar sind, sehe ich, wo digitale Anknüpfungspunkte sinnvoll sind, um anschließend die Automatisierung ins Spiel zu bringen. Exakt das ist auch der Kern von ProzessNow. Ich mache Abläufe sichtbar, bringe sie in eine klare Struktur und begleite Unternehmen dabei, ihre Prozesse Schritt für Schritt zu digitalisieren.

Letztlich hat mich genau das angetrieben – nicht nur Probleme zu erkennen, sondern Lösungen zu schaffen, die im Alltag wirklich funktionieren.

Und das ist es auch, was ProzessNow von anderen unterscheidet: Ich verbinde Analyse, Beratung und Umsetzung in einem durchgängigen Ansatz. So entsteht die Lösung nicht am Kunden vorbei, sondern gemeinsam mit ihm, verständlich, pragmatisch und individuell auf den Betrieb zugeschnitten.

Im Netzwerk entstehen Kontakte, die für beide Seiten interessant sind, für Start-ups ebenso wie für Unternehmen, die neue Impulse, Lösungen und Partnerschaften suchen.

Warum im StartRaum GL?
Wie können wir Dich im StartRaum GL weiter unterstützen?

Für mich war vor allem die Community wichtig. Vor der Gründung habe ich viele Monate allein von zu Hause aus an der Idee gearbeitet, deshalb war der Austausch mit anderen Gründern im StartRaum GL eine ganz neue und sehr wertvolle Erfahrung. Auch wenn unsere Themen unterschiedlich sind, gibt es erstaunlich viele Parallelen in dem, was eine Gründung mit sich bringt. Genau in den Räumlichkeiten des StartRaum GL konnte ich am Anfang direkt arbeiten, statt allein zu Hause. Und selbst nach dem Umzug in mein eigenes Büro bekomme ich weiterhin Unterstützung. Und manchmal ist es einfach eine Tasse Kaffee oder ein Gespräch in der Mittagspause, das einen daran erinnert, dass man mit der Gründung nicht allein ist.

Über die Verbindung zur RBW kommt außerdem ein starkes regionales Netzwerk dazu, das für den Start enorm wertvoll ist. Hier sehe ich auch weiteres Potenzial für Unterstützung: durch Netzwerktermine, die gezielt Gründerinnen und Gründer mit passenden Unternehmen aus der Region zusammenbringen. So entstehen Kontakte, die für beide Seiten interessant sind, für Start-ups ebenso wie für Unternehmen, die neue Impulse, Lösungen und Partnerschaften suchen.

Was waren bisher die größten Herausforderungen und wie hast Du sie gemeistert?

Der Schritt in die Selbstständigkeit selbst war für mich weniger eine Herausforderung als eine bewusste Entscheidung. Ich bin nicht in dieses Unternehmen hineingerutscht, sondern habe mich aus Überzeugung dafür entschieden.

Die eigentliche Herausforderung liegt für mich aktuell woanders: die passenden Unternehmen zu erreichen und sie von etwas zu überzeugen, das sie selbst noch gar nicht als Bedarf erkannt haben. Ich weiß, wo ich ansetzen und Mehrwert schaffen kann, aber der Betrieb selbst hat diesen Bedarf oft noch nicht so klar vor Augen.

Wie siehst Du die Entwicklung Deiner Branche in den nächsten fünf Jahren?

Ich denke, dass Entlastung für viele Unternehmen schon jetzt ein entscheidender Punkt ist. Wer heute klare Prozesse schafft, kann Mitarbeitende im Alltag spürbar entlasten und besser mit den aktuellen Anforderungen umgehen. In den nächsten Jahren wird das noch stärker in den Vordergrund rücken.

Der Fachkräftemangel und der Generationswechsel machen es immer wichtiger, Abläufe klar zu strukturieren und Wissen gut zu sichern.

Deshalb sehe ich das Thema nicht als reines Zukunftsthema, sondern als eine Entwicklung, die schon längst begonnen hat und in den kommenden Jahren unverzichtbar wird. Da der Bedarf schneller wächst, als das Angebot an Beratern, die Prozessverständnis und praktische Umsetzung gleichermaßen mitbringen, wird sich meine Branche in den nächsten Jahren sehr positiv weiterentwickeln.

Welche Werte sind Dir und Deinem Unternehmen besonders wichtig?

Der wichtigste Wert für mich ist Vertrauen, und das auf mehreren Ebenen. Wenn Kunden mich an ihren internen Abläufen teilhaben lassen, ist das für mich keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Verantwortung, mit der ich sehr sorgfältig umgehe. Deshalb entwickle und setze ich nur Lösungen gemeinsam mit dem Kunden um, hinter denen ich auch selbst stehe, ohne Verkaufstaktik und ohne Ansätze, die nur auf dem Papier gut aussehen.

Wie sieht ein typischer Tag bei Dir aus?

Mein Tag beginnt mit meiner Familie, bevor ich ins Büro fahre oder direkt zu einem Kunden vor Ort. Genau das macht meine Arbeit für mich besonders interessant: Ich lerne unterschiedliche Betriebe, Menschen und Abläufe kennen.

Privat bin ich gerne mit meiner Familie unterwegs, habe eine Leidenschaft für Oldtimer und nehme mir einmal pro Woche bewusst Zeit für ein Essen mit Freunden.

Gibt es ein Buch oder eine Person, die Dich besonders inspiriert hat?

Meine Sicht auf Prozesse und Arbeit ist vor allem durch die vielen Projekte und Menschen geprägt, mit denen ich im Laufe der Jahre zusammengearbeitet habe. Jede dieser Erfahrungen hat mir gezeigt, was in der Praxis wirklich zählt. Genau das ist für mich die eigentliche Inspiration.

Der Fachkräftemangel und der Generationswechsel machen es immer wichtiger, Abläufe klar zu strukturieren und Wissen gut zu sichern.

Welchen Rat würdest Du anderen angehenden Gründerinnen und Gründern geben?

Mein Rat wäre: nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten, den gibt es ohnehin nicht. Meine Überzeugung ist über viele Jahre gewachsen und hat sich durch die tägliche Arbeit weiter gefestigt. Wer den Schritt wagt, muss nicht alles von Anfang an wissen, aber sollte bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, zu lernen und die richtigen Menschen an seiner Seite zu haben.

Fotos: ProzessNow GmbH

Herzlich willkommen, Johannes, im StartRaum GL!

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